Viele Firmen sind in den letzten Jahren rund um Drupal entstanden. Aus "One man armies" sind schnell "Drupal shops" mit jeweils einem Dutzend Angestellten geworden. Viele "klassische" Web Agenturen sind auf den Drupal Zug aufgesprungen und bieten es als Ergänzung zu etablierten Systemen wie TYPO3 an. Erfahrene Drupal Entwickler und Architekten sind gesuchte Leute auf dem Arbeitsmarkt. Mit dieser Entwicklung entstanden schnell neue Anforderungen an das Projekt. Plötzlich ist beispielsweise Performance ein Thema, denn grosse Drupalseiten bedürfen "besonderer Pflege". Projektmanagement und gemeinsame Entwicklung wird essentiell bei grossen Projekten Die standardmässige Suche in Drupal genügt nicht allen Ansprüchen und wird durch die mögliche Einbindung des Apache Solr Projekts aufgewertet. Die nicht vorhandene Trennung zwischen Administrationsoberfläche und Website führt im professionellen Umfeld zu Verwirrung und wird daher in Drupal 7 verändert. Viele in Drupal 6 noch extra zu installierende Module sind jetzt bereits im Standardumfang von Drupal (Core) enthalten. Die beiden markantesten sind die Möglichkeit Bilder hochzuladen und automatisiert zu bearbeiten, sowie die Möglichkeit zusätzliche Felder zu Inhaltstypen zu definieren. Viele Anforderungen betreffen Zusammenhänge "unter der Haube" die bespielsweise das Arbeiten mit unterschiedlichen Datenbanken ermöglichen. Es gibt zahlreiche weitere Anforderungen, die es natürlich nicht alle in den Drupal 7 Core geschafft haben. Ein WYSIWYG Editor fehlt beispielsweise immer noch. Vier unterschiedliche Editoren stehen allerdings als Zusatzmodule zur Verfügung. Ausser den Anforderungen von Firmen gibt es auch Entwicklungen, die weltweit immer grösser werden. Ich denke da nur an das Facebook und Twitter "Syndrom" und die Tatsache, dass das Internet mit der weiteren Verbreitung von Smartphones mobil werden wird. Viele "Location based" Anwendungen wie Gowalla und Foursquare werden momentan vom Massenmarkt noch belächelt. Die Daten, die die Nutzer dieser Dienste produzieren, werden die Basis für interessante Mobilanwendungen und daher sehr wichtig. Nach dem Hype um "user generated content" stellen sich langsam Fragen, wem diese Daten denn überhaupt gehören und wer ein Recht dazu hat sie zu nutzen. Allein die Datenschutzdiskussionen in diesem Zusammenhang werden in den nächsten Jahren hunderte von Büchern erzeugen. Nach Open Source wird Open Data auf uns zukommen! Offene Daten müssen für Algorithmen zugänglich sein.